Washington, DC, USA

Nach meiner Habilitation arbeite ich als wissenschaftliche Assistentin an der Uni Göttingen. In meinen Vorlesungen bin begeistert von den hoch motivierten Studierenden, die aus vielen verschiedenen Ländern nach Göttingen kommen, um internationale Agrarwissenschaften zu studieren. Aber ich will auch die internationale Forschungslandschaft kennenlernen. 2004 wechsele ich an das renommierten Forschungsinstitut IFPRI (International Food Policy Research Institute) in Washington, DC. Sechs Jahre lang lebe ich in den USA und leite am IFPRI ein großes Forschungsprogramm zum Thema „Governance“.

Bei einer Bauernfamilie in Kenia

Wir forschen über Regierungsprogramme, mit denen die Landwirtschaft und die ländliche Entwicklung in Ländern wie Indien, Ghana oder Uganda gefördert werden kann. Die meiste Zeit bin ich vor Ort, befrage Bäuer*innen, Landwirtschaftsberater*innen und lokale Politiker*innen. Wir arbeiten mit der Weltbank zusammen und mit der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.

Universität Hohenheim

Die Forschung am IFPRI ist spannend, aber mir fehlen die Studierenden. In der Ausbildung von Fachkräften sehe ich den wichtigsten Beitrag zur Entwicklung in den Ländern des globalen Südens. Deswegen nehme ich 2010 den Ruf an die Universität Hohenheim an. Dort leite ich seither den Lehrstuhl für sozialen und institutionellen Wandel in der landwirtschaftlichen Entwicklung. Die Universität Hohenheim hat die größte Agrarfakultät in Deutschland und wir haben einen starken internationalen Fokus. Die Ausbildung unserer Studierenden aus Afrika, Asien und Lateinamerika liegt mir besonders am Herzen. Meine ehemaligen Doktorandinnen arbeiten heute in Führungspositionen in ihren Heimatländern. In unserer Forschung geht es um eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung im globalen Süden, immer mit dem Fokus auf innovativen Lösungen. Zum Beispiel forschen wir zu Smartphone Apps, mit denen Landwirtschaftsberaterinnen die Kleinbäuer*innen in Uganda besser beraten können.