Am 16.12.2020 diskutierte Prof. Dr. Regina Birner, Landtagskandidatin der SPD für den Wahlkreis Nürtingen, mit Mitgliedern von Fridays For Future (FFF) Nürtingen und interessierten Bürger*innen über den Einfluss von Landwirtschaft und Ernährung auf den Klimawandel. Corona-bedingt fand die Diskussion als interaktive Video-Konferenz statt.

Zur Einführung erklärt Regina Birner mit Hilfe von Folien, wo in der Landwirtschaft Treibhausgase entstehen. „Die meisten Treibhausgase kommen aus drei Quellen: Düngung, Bewirtschaftung von Moorböden und Tierhaltung“, erläutert die Expertin. Sie ist Professorin an der Universität Hohenheim und befasst sich in ihrer eigenen Forschung mit Landwirtschaft, Klimawandel und Ernährung. „Bei der Verarbeitung, beim Handel und bei der Zubereitung von Nahrungsmitteln entstehen weitere Treibhausgase. Insgesamt ist die Ernährung daher für etwa ein Viertel aller Treibhausgase verantwortlich,“ ergänzt sie. Mit den Teilnehmer*innen diskutiert Regina Birner daraufhin, was die Politik und was jeder einzelne tun kann, um diese Emissionen zu verringern. Mit Verweis auf die angespannte Einkommenssituation der Landwirtschaft schlägt sie vor, Agrar-Subventionen gezielter einzusetzen, um den Landwirt*innen den Übergang auf klima-freundlichere Bewirtschaftungsmethoden zu erleichtern. Verbraucher*innen können zum Klimaschutz beitragen, indem sie Lebensmittelabfälle vermeiden, betonte einer der Teilnehmer von Fridays for Future. Als wichtige Stellschraube wurde auch der Fleischkonsum diskutiert. Regina Birner berichtet dazu über Erkenntnisse der Ernährungswissenschaften. Produkte aus der Tierhaltung spielten demnach eine wichtige Rolle für eine gesunde Ernährung, es komme aber auf die Menge an. Der gegenwärtige Fleischkonsum liegt in Deutschland weitaus höher als von Gesundheitsexperten empfohlen wird. Daher sei eine Reduktion nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch für die Gesundheit sinnvoll. Weitere Themen in diesem Talk am Abend waren der Öko-Landbau und der internationale Handel mit Nahrungsmitteln. Die Landtagskandidatin setzte sich dafür ein, Klimaschutz-Politik auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse durchzuführen und die soziale Gerechtigkeit von Maßnahmen im Auge zu behalten. Wer durch seinen Lebensstil mehr zum Klimawandel beiträgt, so ihre Position, der müsse auch stärker an den Kosten des Klimaschutzes beteiligt werden, und das gelte innerhalb eines Landes und international.